Regionale Auswahlsitzung in Weilburg
13. – 16. Februar 2014

Im Rahmen seines Nationalen Auswahlprozesses veranstaltet das Europäische Jugendparlament in Deutschland e. V. 2014 drei Regionale Auswahlsitzungen. Die Regionale Auswahlsitzung für Mitteldeutschland findet vom 13. bis 16. Februar in Weilburg an der Lahn statt.

Über 100 Jugendliche aus ganz Mitteldeutschland, sowie internationale Gastdelegationen, werden im Februar in Weilburg zusammenkommen, um dort unter dem Oberthema der Entwicklung der Europäischen Integration zu debattieren und Resolutionen  zu verfassen. Die Schirmherrschaft für die Sitzung, deren Höhepunkt die parlamentarische Vollversammlung am 15. und 16. Februar darstellt, übernimmt Hans Peter Schick, Bürgermeister der Stadt Weilburg. Jeweils neun Schuldelegationen nehmen an den drei Regionalen Auswahlsitzungen teil, auf denen sich die SchülerInnen für die 24. Nationale Auswahlsitzung qualifizieren können. Auf der Nationalen Auswahlsitzung wählt eine Jury dann zwei Delegationen aus, die Deutschland auf den Internationalen Sitzungen des European Youth Parliament, unserem europäischen Dachverband, in Kiew und Izmir im Jahr 2015 vertreten werden.

Die Integration der Europäischen Union

Die Ausrichtung des europäischen Integrationsprozesses bleibt eine der grundlegendsten und kontroversesten Debatten für die Bestimmung der Zukunft der Europäischen Union. In Weilburg werden sich die jungen Delegierten daher intensiv mit diesem Prozess auseinandersetzen und unter dem Oberthema „Europäische Integration – Welchen Weg geht die Europäische Union?“ nach Lösungen suchen. Nach der Erweiterungsrunde 2004, dem Scheitern der europäischen Verfassung und der Verabschiedung des Vertrags von Lissabon im Jahr 2009 steht Europa nun vor der Frage, wie viel Integration die EU, ihre Mitgliedsstaaten und natürlich ihre BürgerInnen brauchen. Für das oft bemängelte Demokratiedefizit sowie die geringe Beteiligung der BürgerInnen an einem gemeinsamen Europa bedarf es einer Handlungsstrategie. Die Notwendigkeit sowohl handlungsfähiger Institutionen als auch das Auftreten mit einer gemeinsamen europäischen Stimme sind in einer globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts wichtiger denn je.

Über die letzten Jahre ist die Skepsis gegenüber der Europäischen Union und ihrer Institutionen, aber auch gegenüber einer tieferen, europäischen Integration immer stärker zu Tage getreten. Die ungleichmäßigen Integrationsschritte bemängeln Kritiker als ein „Europa der zwei Geschwindigkeiten“. Gleichwohl muss die zukünftige Integration und Entwicklung der Europäischen Union auch in Einklang mit der Bewahrung nationaler Identitäten gebracht werden, um die Vielfalt Europas zu erhalten. Die grundsätzliche Frage der europäischen Integration mitsamt ihren Konfliktlinien zwi­schen Erweiterung, Vertiefung und nationaler Souveränität ist also unumgänglich. Die Sitzung in Weilburg wird den Jugendlichen eine Plattform geben, diese Konflikte zu diskutieren und eigene Ideen und Visionen für die europäische Integration zu entwickeln.

Ablauf & Programm der Sitzung

Jede der drei Regionalen Auswahlsitzungen gliedert sich wiederum in drei Abschnitte: Teambuilding, Ausschussarbeit und die parlamentarische Vollversammlung. Gegenseitiges Vertrauen, gemeinsame Motivation sowie das Erkennen von Stärken und Schwächen sind die Grundlagen eines erfolgreich arbeitenden Teams. Daher findet zu Beginn der Sitzung ein gruppendynamisches Kommunikationstraining (Teambuilding) statt. Durch problemlösungsorientierte Aufgaben lernen die Jugendlichen die anderen TeilnehmerInnen und sich selbst besser kennen und legen so die Grundlage für die weitere Zusammenarbeit in der Gruppe. In der darauf folgenden Ausschussarbeit (Committee Work) setzen sich die jungen Delegierten intensiv mit verschiedenen Aspekten des Oberthemas „EU-Integration“ auseinander. Die Ergebnisse ihrer Diskussionen werden in auf Englisch verfassten Resolutionen fest gehalten, wobei neben einer Analyse der aktuellen Situation die Entwickelung eigener Ideen, Konzepte und Visionen im Mittelpunkt steht.

Die Parlamentarische Vollversammlung (General Assembly) stellt den Höhepunkt und Abschluss der Sitzung dar. Hier erörtern die Delegierten ihre erarbeiteten Resolutionen in offenen, auf Englisch und Französisch geführten Debatten nach den Regeln des Europäischen Parlaments. Jeder Ausschuss verteidigt dabei die eigenen Positionen mit dem Ziel einer abschließenden Verabschiedung der Resolution durch das Plenum. Eine unabhängige Jury wird die TeilnehmerInnen während der Aus­schussarbeit und der parlamentarischen Vollversammlung bewerten und am Ende die drei besten Schuldelegationen auswählen, die zur 24. Nationalen Auswahlsitzung des Europäischen Jugendparlaments im Mai 2014 in Potsdam eingeladen werden. Bewertungskriterien, wie argumentative Überzeugungskraft, Kooperation in der Gruppe, Kompromissfähigkeit, Ideenreichtum bei der Formulierung der Vorschläge, sprachliche Kompetenz und Spontanität machen die Regionale Auswahlsitzung zu einem der anspruchsvollsten Schulwettbewerbe in Deutschland.

Teilnehmen lohnt sich!

Das European Youth Parliament (EYP) wurde 1987 im französischen Fontainebleau als Schulprojekt gegründet. Heute ist das EYP mit aktiven Organisationen in 36 Ländern eine der größten Plattformen für politische Debatten, interkulturelle Begegnungen und den Austausch von Ideen unter jungen Europäern. Es ist ein einzigartiges Forum, das die Menschen aktiv am Aufbau ihrer zukünftigen Gesellschaft beteiligt und versucht, die europäische Dimension der Bildung zu fördern und Jugendlichen die Gelegenheit zu einer praktischen und positiven Lernerfahrung zu geben. Den demokratischen Prozess nachvollziehen, Interesse am Zeitgeschehen entwickeln und unabhängiges Denken und persönliche Initiative fördern sind die Schlüsselelemente des EYP.

Bei Fragen zu Konzept, Ablauf und Teilnahmemöglichkeiten sowie für alle weiteren Informationen stehen Ihnen die Hauptorganisatoren David Plahl und Fatih Seyfi gerne zur Verfügung. Für Presseanfragen kontaktieren Sie bitte Jannis Haendke.

 

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