Europa lässt Staunen: Schülerforum in Haltern
24. – 25. Februar 2014

HalternamSeeWie können soziale Netzwerke sicherer für Jugendliche gestaltet werden? Können europäische Schulen sich gemeinsam für besseres Lernen einsetzen? Und wieso nehmen so wenige Erstwählerinnen und Erstwähler ihr Recht zu wählen wahr? Diese und weitere Fragen diskutierten über 50 Schülerinnen und Schüler des Joseph-König-Gymnasiums und der Alexander-Leber-Realschule am 24. und 25. Februar 2014 im Rahmen einer Veranstaltung des Projekts „Das EJP in der Schule“ in Haltern am See unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Bodo Klimpel.

Eine große Facebook-Wand hängt neben der Tafel in dem Klassenzimmer, in dem für zwei Tage kein Mathe-, Englisch- oder Biologieunterricht stattfindet, sondern das Europäische Jugendparlament tagt. Die Schülerinnen und Schüler haben im Newsfeed der selbst gestalteten Wand ihre kritischen Fragen an Facebook gestellt, zum Beispiel wie Privatsphäre-Einstellungen dem Nutzer besser vermittelt werden können. Im Zimmer nebenan beginnt Katrin Feierling-Sülzle, Ausschussmoderatorin des Ausschusses für Konstitutionelle Fragen, die inhaltliche Arbeit mit einer Skizze der europäischen Institutionen. Über das Demokratiedefizit der EU wird daraufhin den Nachmittag lang diskutiert.

In insgesamt sechs Kleingruppen, die den Ausschüssen im Europäischen Parlament nachempfunden sind, diskutieren die Schülerinnen und Schüler tagesaktuelle Fragen europäischer Politik. Zuvor meistert jede Gruppe spielerisch auf dem Schulhof zahlreiche herausfordernde Aufgaben,, um Regeln der gemeinsamen Zusammenarbeit und Kommunikation zu etablieren. Während zu Beginn vor allem das späte Ende des Veranstaltungstages um 15 Uhr abschreckt, finden die Schülerinnen und Schüler schnell Spaß an der politischen Debatte miteinander. Am Ende des Tages haben sie alle ein Thesenpapier erarbeitet, welches ihre eigenen Forderungen enthält.

1958031_849793181713811_644767160_nZum häufig ersten Mal schreiben die 15- bis 16-Jährigen am nächsten Tag eigene Reden, die ihre Standpunkte schlagkräftig vermitteln sollen. Diese werden vor dem gesamten Parlament gehalten, während der die Thesenpapiere im Plenum debattiert werden. Hierbei befolgen die jungen Delegierten die Abläufe und Regeln des Europäischen Parlaments. Bürgermeister Bodo Klimpel, Schirmherr der Schulveranstaltung, gratulierte den Jugendlichen zu lebhaften Debatten und ermutigte zu weiterem Engagement in der Kommune und darüber hinaus.

Per Handzeichen stimmten die Delegierten über alle erarbeiteten Vorschläge ab. Am Schluss standen mutige Forderungen der Jugendlichen. Sie wünschen beispielsweise mehr integrierte Freizeitangebote an europäischen Schulen, eine weniger restriktive Flüchtlingspolitik und ein Initiativrecht für das Europäische Parlament.

Über das Projekt “Das EJP in der Schule”

Politik greifbar machen, Jugendliche aus ganz Europa für die europäische Idee begeistern und neue Lösungsansätze erarbeiten – das sind nur einige Ziele des Europäischen Jugendparlaments, die allerdings nicht nur auf internationaler Ebene umgesetzt werden sollen. Um noch mehr Schülerinnen und Schüler vor allem auch von den verschiedenen Schulformen Deutschlands zu erreichen, wurde daher 2010 das Projekt „Das EJP in der Schule“ ins Leben gerufen.

Das EJP veranstaltet jährlich etwa acht Schülerforen, bei denen den Jugendlichen die Möglichkeit eröffnet wird, in parlamentarische Entscheidungsprozesse hinein zu schnuppern und sich anschließend auch weiterhin im EJP zu engagieren. Das wachsende Interesse der Schulen bestätigt uns in unserem Vorhaben auch zukünftig politische Bildung besonders in diesem und anderen Formaten an Schulen durchzuführen.

Das Schülerforum in Haltern am See wurde ermöglicht durch eine Förderung der Schwarzkopf-Stiftung „Junges Europa“ und der Stiftung Mercator.

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