80. Internationale Sitzung in Leipzig
6. – 15. November 2015

LP_Neues RathausVom 6. bis 15. November 2015 findet in Leipzig die 80. Internationale Sitzung des Europäischen Jugendparlaments in Deutschland e.V. statt.

Während der 80. Internationalen Sitzung werden die in nationalen Schulwettbewerben ausgewählten jungen Delegierten in intensiver internationaler Teamarbeit aktuelle Themen europäischer Politik und Ideen für ein zukünftiges Europa entwickeln und diese nach parlamentarischen Regeln debattieren. So ermöglichen wir das Erleben von demokratischen Entscheidungsprozessen, der europäischen Idee, und intensiver interkultureller Zusammenarbeit.

Auf der 80. Internationalen Sitzung in Leipzig werden rund 330 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und 37 weiteren Ländern des europäischen Ausland zusammenkommen. Die Jugendlichen werden sich dabei mit den Grundrechten der Europäischen Union auseinandersetzen. Sie werden kritisch über die Auslegung der Grundrechte im 21. Jahrhundert diskutieren und sich über die Wahrung und Auslegung individueller Rechte in Europa und über dessen Grenzen hinweg beraten.

Thema der Sitzung

Das diesjährige Oberthema sind die Grundrechte der Europäischen Union.

Im Jahr 2015 feiert die Bundesrepublik Deutschland das 25-jährige Jubiläum der deutschen Wiedervereinigung. Der Fall des Eisernen Vorhangs ebnete den Weg zu einem vereinten Europa und mit der größten Erweiterungswelle in der Geschichte der EU von vornehmlich mittel- und osteuropäischen Staaten am 1. Mai 2004 konnte der künstlichen Teilung durch den Kalten Krieg endgültig ein Ende gesetzt werden. Die Werte der Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sind durch eine vertiefte politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa fest verankert und verbinden die Menschen des Kontinents. So konnte sich aus dem anfänglichen Wirtschaftsbündnis bis heute eine friedliche Union herausbilden, die für weit mehr als ökonomische Zusammenarbeit steht. Mit dem Vertrag von Lissabon wurde 2007 auch die Charta der Grundrechte der Europäischen Union verabschiedet. Sie entstand auf Anregung der deutschen Ratspräsidentschaft 1999, hat den Rang des Primärrechts und identifiziert die Rechte eines jeden Bürgers der Union. Dieser bedeutende Schritt verdeutlicht, dass Europa bei seinem Handeln auf ein kodifiziertes Wertesystem zurückgreift.

Die wachsende Bedeutung der Europäischen Grundrechte ist bereits in vielen Bereichen sichtbar: Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise führen zur Hinterfragung der Handlungsfähigkeit der EU beim Wahren dieser Grundrechte. Direkt spiegelt sich dies in der mangelnden Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen, Weiterbildungsmöglichkeiten und der Gesundheitsvorsorge in besonders schwer betroffenen Ländern wieder. Gleichzeitig führt ein rapider technologischer und gesellschaftlicher Wandel zu kontroversen Fragestellungen wie der Abwägung zwischen Umweltschutz und wirtschaftlicher Effektivität, der Reichweite und Anwendbarkeit des Familienbegriffs oder der Wahrung der Selbstbestimmungs- und Informationsrechte im Internet. Auch in ihrer Rollendefinition als globaler Akteur steht die EU vor einem Scheideweg: Die Rufe nach einer Vertiefung der Gemeinsamen Europäischen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) werden nach dem zögerlichen und teils uneinheitlichen Vorgehen der EU-Mitgliedsstaaten im Zuge des Irakkriegs oder des Konflikts in Libyen deutlich. Darüber hinaus verunsichern die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen (TTIP) mit den USA Verbraucherschützer und europäische Bürgerinnen und Bürger über Grenzen hinweg.

So ist an zahlreichen Stellen eine kritische Debatte über die europäischen Grundrechte und deren Auslegung im 21. Jahrhundert notwendig, um auch in den kommenden 25 Jahren die Wahrung und Ausgestaltung individueller Rechte und Freiheiten in Europa und über seine Grenzen hinaus zu fördern. Zu dem historischen Jubiläum im November 2015 sollen junge Delegierte aus ganz Europa in der symbolträchtigen Stadt Leipzig das weltweit anerkannte Leitbild der EU als Hüter der Rechtsstaatlichkeit und individueller Freiheiten kritisch evaluieren und über die Grundrechtsauslegung, die Vertretung der Grundrechte auf globaler Ebene und die Fortentwicklung europäischer Grundrechte diskutieren.

Programm und Ablauf der Sitzung

Die Internationale Sitzung in Leipzig gliedert sich in drei Abschnitte: das gruppendynamische Kommunikationstraining (Teambuilding), die Ausschussarbeit (Committee Work) und die parlamentarische Vollversammlung (General Assembly). Wenn Sie mehr über unser vielfach erprobtes und ausgezeichnetes Sitzungskonzept erfahren möchten, können Sie sich hier weiter auf unseren Seiten informieren. Das Programm der Sitzung wird außerdem von einem besonderen Kultur- und Freizeitprogramm ergänzt. Ausführlicher können Sie die einzelnen Programmpunkte außerdem auf der eigens eingerichteten Homepage der Sitzung unter www.leipzig2015is.eu einsehen. Die Seite ist in englischer Sprache verfasst.


AlexBei Fragen zu Konzept und Ablauf sowie für alle weiteren Informationen steht Ihnen der Projektleiter Alexandre Narayanin gerne zur Verfügung. Für Presseanfragen kontaktieren Sie gerne das Presseteam der Sitzung.

Konzept – 80. Internationale Sitzung des EYP in Leipzig

Homepage – 80. Internationale Sitzung des EYP in Leipzig

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