Integration aktiv gestaltet – Internationales Forum Wiesbaden endet
Hitzige Debatten, kontroverse Diskussionen, spannende Abstimmungen und das Bewusstsein, Europa mitgestaltet zu haben – das sind bleibende Eindrücke für die 60 Teilnehmer des International Forum on Integration Wiesbaden, welches am Sonntag (04.09.11) im Wiesbadener Rathaus endete.
Bereits am Freitag hatten die Delegierten die zuvor verfassten Resolutionen in der Parlamentarischen Vollversammlung im Hessischen Landtag debattiert. Begrüßt wurden die Teilnehmer im Namen von Volker Bouffier durch Staatssekretärin Nicola Beer: „Das Thema Integration birgt viele Fragen und Probleme, für deren Lösung ich Ihnen fruchtbare Debatten wünsche.“
Auch Oberbürgermeister Dr. Müller würdigte die Arbeit der Delegierten bei einem Empfang im Rathaus.
Die Debatte der Parlamentssimulation folgte den Regeln des Europäischen Parlaments. Die Vollversammlung stimmte dem Vorschlag des Ausschusses für Bildung und Kultur zu, die Integration Jugendlicher vor allem durch außerschulische Bildung voranzutreiben. Eine Mehrheit erhielt auch die Forderung, anonyme Bewerbungen und kostenlose Sprachkurse für eine verbesserte Integration der Jugend in den Arbeitsmarkt durchzusetzen. Kontrovers debattiert und schließlich angenommen wurde die Resolution des Ausschusses für Menschenrechte, der sich mit der Verbesserung von Asylverfahren befasst hatte: Die Grenzkontrollagentur FRONTEX soll demnach mit mehr Kompetenzen ausgestattet werden, ihrerseits aber durch eine Europäische Migrationsorganisation kontrolliert werden.
Neuland hat das Europäische Jugendparlament mit dem Vorhaben betreten, die Ausschüsse nach den Resolutionen auch konkrete Projektonzepte ausarbeiten zu lassen. Dafür konnten Partnerorganisationen gewonnen werden, die sich im Bereich Integration engagieren. Zusammen mit einem Respräsentanten der Organisation entwickelten die Delegierten ein maßgeschneidertes, detailliertes Konzept zur Organisation und Umsetzung eines Projekts zur Integrationsförderung.
Die so entstandenen Projektvorschläge wurden am letzten Tag der Sitzung in einer Plenarsitzung im Stadtverordnetensaal allen Delegierten vorgestellt. Die Delegierten lobten die Projektideen anderer Ausschüsse, kritisierten aber auch einzelne Aspekte der Konzepte. Der Ausschuss für Bildung und Kultur I unterstützt ein Patenschaftsprogramm zwischen Studenten und Grundschulkindern indem er zur Finanzierung, Öffentlichkeitswirksamkeit und internationalen Ausweitung des Programms beitragen will – auch über den Zeitraum der Sitzung hinaus. Der Ausschuss für Bildung und Kultur II schlägt seinem Projektpartner „Don Bosco“ aus Den Haag vor, ein Theaterprojekt mit marokkanischen und nie- derländischen Kindern durchzuführen. Weiterhin wurden Konzepte für ein Musikfestival, eine Kooperation zwischen Unternehmen und Schulen für Berufsvorbereitungsprogramme und regelmäßige Treffen zwischen Familien mit verschiedener Herkunft erstellt.
Die verabschiedeten Resolutionen werden an europapolitische Entscheidungsträger und die Schirmherren der Sitzung weitergeleitet und stellen ein Stimmungsbildung der europäischen Jugend dar. Die Projekte werden innerhalb des nächsten Jahres durch die Partnerorganisationen umgesetzt und lassen Visionen der Delegierten des Europäischen Jugendparlaments Wirklichkeit werden.
Pressemitteilung zum Abschluss der Sitzung (PDF)
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Frontex mehr Kompetenzen zu geben ist doch wie wenn man einem Wachhund eine Pistole in die Pfote drückt. Eine bessere Kontrolle wäre sinnvoller und der Umgang mit Flüchtlingen gehört ohnehin neu ausgehandelt denn die EU kann es sich nicht leisten der Böse in diesem Spiel zu bleiben.